Investitionen in altersgerechtes Wohnen ermöglicht menschliches Altern und zahlt sich für alle Beteiligten aus

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Heike Hofmann weist darauf hin, dass Deutschland bis zum Jahr 2030 drei Millionen altersgerechte Wohnungen mehr benötigt werden als heute zur Verfügung stehen. „Der Investitionszuschuss der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in dem Programm „Altersgerecht Umbauen“ war ein richtiger Schritt und eine gute Unterstützung, damit Wohnungen altersgerecht umgebaut und Barrieren in Wohnungen abgebaut werden konnten. Es braucht aber eine Neuauflage des Investitionszuschusses, der seit Juli diesen Jahres leer steht, um auch weiterhin Menschen eine Hilfe zur altersgerechten Sanierung zu gestatten“, betont die Abgeordnete.

Hofmann fordert, dass ab 2017 mit einer Neuauflage des Investitionszuschusses wieder Geld bereitgestellt werde: „Dieses erfolgreiche Zuschussprogramm, das den Bürgerinnen und Bürgern hilft, im Eigenheim Barrieren abzubauen, muss gut ausgestattet und verstetigt werden“, unterstreicht sie.

Im Alter wollen die Menschen in ihrem gewohnten Umfeld bleiben; das Wohnen und das Wohnumfeld werden zu den wichtigsten Dimensionen, die die Lebensqualität beeinflussen. „Wir steuern auf eine neue Wohnungsnot zu. Nur fünf Prozent der gut elf Millionen Haushalte leben weitgehend in barrierearmen Wohnungen. Gerade Senioren leben oftmals in überwiegend älteren Wohngebäuden, bei denen Handlungsbedarf bezüglich der energetischen und barrierefreien, generationengerechten Modernisierung besteht. Viele Seniorenhaushalte generieren nur niedrige Einkünfte, die solche Verbesserungen der Wohnsituation nicht ermöglichen. Investitionen in das altersgerechte Wohnen jedoch zahlen sich aus“, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Belegt werde dies in einer Studie, die das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) veranlasst hat, macht Hofmann deutlich. Danach ergebe sich, wenn rechtzeitig Barrieren reduziert und so bei wenigstens 15 Prozent der pflegebedürftig werdenden Personen der Verbleib im Eigenheim möglich bleibe und damit Heimaufenthalte verhindert oder aufgeschoben werden könnten, würden die Sozial‐ und Pflegekassen drei Milliarden Euro jährlich einsparen.

Hofmann appellierte deshalb an die Landesregierung, aktiv zu werden und eine solide Planung für altersgerechten Wohnraum vorzulegen. „Wer jetzt nicht handelt, vernachlässigt sträflich die Bedürfnisse der älteren Generation. Wir müssen neben dem Barriereabbau in Eigenheimen das Angebot an seniorengerechten, barrierefreien kleinen Mietwohnungen ausbauen und neue Wohnkonzepte voranbringen. Wie das geht, zeigen uns bereits jetzt Senioren-WGs, Mehrgenerationenhäuser sowie innovative Projekte des Seniorenwohnens, in dem unterschiedliche Wohn- und Betreuungsmöglichkeiten mit Service bis hin zu Pflege integriert werden können. Für solche Maßnahmen setze ich mich ein, denn sie werden einem selbstbestimmten Leben im Alter gerecht und ermöglichen damit ein menschlich gerechtes Altern“, so die Abgeordnete abschließend.