Lehrermangel in Hessen behindert Ausbau der schulischen Inklusion

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Heike Hofmann weist auf die Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Initiative ihrer Fraktion betreffend den fachfremden Unterricht bei Anspruch auf sonderpädagogische Förderung hin, die aufdecke, wie eklatant sich der Lehrermangel in Hessen tatsächlich darstelle und wie schlecht das Land insbesondere auf inklusive Beschulung vorbereitet sei.

„Die Landesregierung gibt in ihrer Antwort klar zu, dass sie die vorhandenen Stellen für Förderschullehrkräfte weder an den Förderschulen noch in der inklusiven Beschulung angemessen besetzen kann und dass sich dies in absehbarer Zeit auch nicht ändern wird. Dabei seien die Zahlen der Anfrage nur ein Ausschnitt für den Bereich der Sonderpädagogik. Zahlreiche Meldungen aus den Schulen weisen darauf hin, dass insbesondere an den Grundschulen und Beruflichen Schulen in hohem Maß ebenso qualifizierte Lehrkräfte fehlen“, so die SPD-Politikerin. „Zudem sind landesweit 77 Lehrerstellen an Förderschulen nicht besetzt, nicht einmal befristet oder fachfremd“, kritisiert Hofmann.

Auch bei Qualität und Weiterqualifizierung bestünden massive Defizite. „Bei den besetzten Stellen verfügen im Durchschnitt 16 Prozent der Lehrkräfte nicht über die entsprechende Lehrbefähigung. Die Landesregierung verwässert damit nicht nur die Unterrichtsqualität, sondern streut den Eltern mit ihrer Mär vom Lehrerhöchststand auch noch Sand in die Augen“, so die Abgeordnete kritisch.

„Keine einzige zusätzliche Stelle im Haushaltsplan des Landes wird etwas bewirken, wenn nicht endlich die Aus- und Weiterbildungskapazitäten erhöht werden“. Eine Landesregierung, die schon heute einräume, dass die Stellen im Förderschulbereich hessenweit bis 2020 nicht vollständig durch Förderschullehrkräfte abgedeckt werden können, sei entweder handlungsunfähig oder -unwillig. „Die Weiterentwicklung zu einem inklusiven Schulsystem erfordert Weitblick und Handlungskraft. Beides ist unter Schwarz-Grün derzeit nicht einmal ansatzweise erkennbar“, betont Hofmann abschließend.