Schwarz-Grün verzichtet auf regionale Wertschöpfung in Milliardenhöhe

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Heike Hofmann kritisiert, dass Schwarz-Grün einen parlamentarischen Antrag ihrer Fraktion zur besseren Berücksichtigung von regionalen Akteuren bei der Vergabe von HessenForst-Flächen für Windkraft abgelehnt habe. „In Sonntagsreden die regionalen Beteiligungsmodelle für Windparks anpreisen, zugleich aber Staatsforstfläche an Projektenwickler ohne jeglichen regionalen Bezug zu vergeben, so macht sich Politik unglaubwürdig“, betont Hofmann.

„Solche Projektentwickler haben nach Planung und Bau zumeist nur ein Ziel: Den Windpark mit möglichst hoher Gewinnmarge beispielsweise an ein Investmentfonds weiterzuverkaufen. Regionale Bieter mit überzeugenden Bürgerbeteiligungskonzepten haben das Nachsehen. Genau so sollte die Energiewende aber nicht verlaufen“, sagt die SPD-Politikerin. Dem qualitativen Kriterium der regionalen Bürgerbeteiligung müsse ein höherer Stellenwert beigemessen werden, als dem monetären Kriterium der Pachteinnahmen.

„Statt einer rein betriebswirtschaftlichen Betrachtung sollte die grüne Umweltministerin eine volkswirtschaftliche Sichtweise annehmen.“ Dies belege auch eine aktuelle Studie des IdE (Institut für dezentrale Energietechnologie), die nachgewiesen habe, dass ein Windpark mit sieben Anlagen und 21 Megawatt Leistung über 20 Jahre 58 Mio. Euro regionaler Wertschöpfung heben könne, während bei einer Vergabe an externe Investoren nur sieben bis zwölf Millionen Euro in der Region verblieben. „Überträgt man diese Zahlen auf alle potenziellen Windvorrangflächen von HessenForst, verschenkt Schwarz-Grün demnach ohne Not regionale Wertschöpfung in Milliardenhöhe“, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende.