Heike Hofmann (SPD): Keine Risikoorientierung in der Bewährungshilfe

Die rechtspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Heike Hofmann hat die heutige Anhörung im Rechtspolitischen Ausschuss und im Unterausschuss Justizvollzugs des Hessischen Landtags zur Zukunft der Bewährungshilfe als „Bestätigung der SPD-Haltung“ gewertet. „Das Justizministerium strebt seit Längerem eine Umorientierung der Bewährungshilfe in Hessen an. Es ist geplant, die sogenannte Risikoorientierung einzuführen. Das bedeutet unter anderem, dass Straftäter, die unter Bewährungsaufsicht stehen, nach Risikogruppen kategorisiert werden. In der Anhörung wurde deutlich, dass die Pläne zu einem Paradigmenwechsel führen würden und von der Mehrheit der Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer abgelehnt werden. Die Anzuhörenden äußerten dahingehend Bedenken, dass es durch die Einführung des neuen Ansatzes zu einem hohen bürokratischen Aufwand kommen kann“, sagte Hofmann am Mittwoch in Wiesbaden.

Ein Vertreter aus Niedersachsen, das die Risikoorientierung bereits vor Jahren eingeführt hat, habe den zusätzlichen bürokratischen Aufwand bestätigt. Zudem bestehe Einigkeit unter den Anzuhörenden, dass für die Einführung dieses Systems zusätzliche Ressourcen erforderlich seien. Es müssten Aus- und Fortbildungen von Fachpersonal angeboten werden.

„Eine solche weitreichende Änderung der Arbeitsmethoden setzt jedoch eine hohe Akzeptanz bei den Beschäftigten voraus. Diese kann nur erzielt werden, wenn nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg eine Entscheidung getroffen wird. Bereits heute arbeitet die Bewährungshilfe in Hessen mit hohen fachlichen Standards, das heißt, sie nimmt den Straffälligen „ganzheitlich“ in den Blick und wägt selbstverständlich mögliche Rückfallrisiken ab. Wir werden die Anhörung auswerten und fordern auch die Justizministerin auf, die geäußerten Bedenken ernst zu nehmen“, so die SPD-Politikerin.