SPD fordert zügigen Ausbau von Ganztagsschulen in Hessen

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Heike Hofmann hat zur Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen in Hessen den bedarfsgerechten Ausbau rhythmisierter und (teil-)gebundener Ganztagsschulen gefordert. „Der Bedarf ist groß, das Angebot noch dürftig. Echte Ganztagsschulen sind seit Jahren Mangelware: Gerade einmal 5 von 1.035 Grundschulen und 19 von 647 weiterführende Schulen – ohne Förderschulen – sind Ganztagsschulen im engeren Sinne. Darunter befindet sich nicht ein einziges öffentliches Gymnasium. Hessen ist damit Schlusslicht im Bundesländervergleich. Das ist eine Bankrotterklärung für den einstigen Bildungsvorreiter in Deutschland“, so die Abgeordnete.

Nach Ansicht der SPD-Fraktion sollen sich in Hessen jedes Jahr 100 Grundschulen zu echten Ganztagsgrundschulen weiterentwickeln können und auch weiterführende Schulen diesen Weg gehen. Momentan können nur 3,5 Prozent der Schülerinnen und Schüler Ganztagsschulen besuchen. Mit dem zügigen Ausbau könnten künftig 30 Prozent diese Chance erhalten.

Im Rahmen des Bildungsgipfels sei das Thema Ganztagsschulausbau mehrfach und von verschiedenen Seiten als dringlich angemahnt worden. Der vielbeschworene „Pakt für den Nachmittag“, mit dem der Ausbau von Betreuungsangeboten an Grundschulen forciert werden solle, sei weder pädagogisch noch qualitativ eine Alternative zu echten Ganztagsschulen, betonte Hofmann.

„Wir sehen die Landesregierung in der Pflicht. Beliebige Angebote am Nachmittag können schulischer Förderung im Rahmen sinnvoller Rhythmisierungskonzepte nicht das Wasser reichen. Statt eines starren 45-Minuten-Takts brauchen wir flexible Unterrichtszeiten. Statt Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf auszusondern, müssen wir sie integrieren und soziales Lernen stärker fördern“, so die Abgeordnete abschließend.