Pakt für den Nachmittag nicht erfolgreich

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Heike Hofmann hat die Bekanntgabe des Kultusministers, dass sich nur 58 Grundschulen ab dem Schuljahr 2015/2016 in den sechs Pilotregionen Kassel, Darmstadt, Frankfurt, dem Landkreis Darmstadt-Dieburg, dem Landkreis Bergstraße und dem Landkreis Gießen am „Pakt für den Nachmittag“ beteiligen werden, als klares Indiz dafür gewertet, dass der Pakt nicht erfolgreich laufe. „Der Nachmittagspakt ist lediglich ein Hortersatzprogramm, das die miserable Bilanz Hessens im Bundesländervergleich bei der Ganztagsbetreuung einer kosmetischen Behandlung unterzieht. Dass der Pakt für die Schulträger nicht wirklich attraktiv ist, zeigt die geringe Nachfrage: In Frankfurt waren 33 Grundschulen für 25 Plätze angefragt worden, gerade einmal 10 Grundschulen nehmen jetzt teil. In Darmstadt gehen nur drei Grundschulen und im Landkreis Bergstraße nur sieben Schulen an den Start. In Kassel werden mit dem Pakt rund 1.000 Plätze an 13 Grundschulen vor allem aufgrund ohnehin dringend benötigter Hortplätze geschaffen“, so die Abgeordnete weiter.

„Schulen mit Nachmittagsangeboten sind kein Ersatz für die schulische Förderung an echten Ganztagsschulen“, betonte Hofmann. Erst das Verteilen von Lernangeboten auf Vor- und Nachmittag und die Rhythmisierung von Zeiten, in denen gemeinsam und individuell gelernt sowie Hausaufgaben erledigt werden, mache den Unterschied zu Paktschulen aus.

Hofmann bezweifelt darüber hinaus, dass die vom Land zugewiesenen Lehrerstellen ausreichen werden, um die Schulkonzepte nachhaltig umzusetzen. „2 bis 2,5 Stellen pro Schule sind zu wenig, um die Umsetzung zu stemmen. Die finanzielle Lage der Kommunen, wie auch die Frage der Elternbeiträge, wird eine Rolle spielen. Das ist kein Beitrag zur Chancengleichheit an Schulen.“ Die Beträge lägen ersten Angaben zufolge zwischen 50 und 155 Euro monatlich.

Studien zeigten, dass an gebundenen Ganztagsschulen der Anteil der Kinder, die am Bildungssystem scheiterten, deutlich geringer sei, die Zahl der Sitzenbleiber gegen null tendiere, und die Lernergebnisse deutlich besser seien. Neben der Entzerrung des Lernklimas durch zusätzliche Zeit zum Lernen und besseren schulischen Ergebnissen werde auch das Familienleben entschleunigt, so Hofmann abschließend.