Grüne bringen sechstes Lärmpausen-Modell ins Gespräch

„Mit Verwunderung nehmen wir zur Kenntnis, dass Frank Kaufmann, Abgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied im Fraport-Aufsichtsrat, nun ein sechstes Lärmpausen-Modell ins Spiel bringt, das den Frankfurter Süden entlasten soll. Er stiftet damit nun endgültige Verwirrung“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Heike Hofmann.

Kaufmann hatte bei einer Veranstaltung der Frankfurter Grünen vorgeschlagen, die Nordwestlandebahn von 5.00 bis 6.00 Uhr morgens stillzulegen. „Herr Kaufmann hält sich wohl für den besseren Flughafen-Minister, denn kein einziges der fünf von Minister Tarek Al-Wazir vorgelegten Modelle, sieht diese Schließung vor. Deshalb richtet sich jetzt die Frage an Minister Al-Wazir, wie er diesen Vorstoß bewertet und ob er ihn in den Diskussionsprozess der Region einbezieht. Wir erwarten, dass Minister Al-Wazir der Öffentlichkeit erklärt, ob er das Modell seines Parteifreunds für realisierbar hält“, so die SPD-Politikerin weiter.

„Wir möchten von Herrn Kaufmann wissen, auf welchen neuen Erkenntnissen sein Vorschlag beruht. Schließlich war man sich in der letzen Landtagsdebatte über die Lärmpausen einig, dass die Nordwestlandebahn aus der Nutzung nicht herausgenommen werden kann“, betonte die Abgeordnete.

Ansonsten erscheine es so, dass dieser neue Vorschlag nur eine Beruhigungspille für die Mitgliederversammlung der Grünen sei, die am Samstag in Fulda tagt. Schließlich seien nicht nur die Bürgerinitiativen unzufrieden mit den Vorschlägen des Wirtschaftsministers, sondern auch die Grünen selbst. „Die grüne Dezernentin Rosemarie Heilig hat die Enttäuschung der Frankfurter Grünen deutlich artikuliert.“

„Mit der Vorlage des sechsten Modells offenbart Kaufmann erneut, dass die vollmundige Ankündigung des Koalitionsvertrages, Lärmpausen einzurichten, nicht erfüllt wird. Die Koalition hätte sich – bevor sie sich im Koalitionsvertrag auf wachsweiche Formelkompromisse einigt – überlegen sollen, wie Lärmpausen tatsächlich umzusetzen sind. Mit ihren Vorschlägen verunsichern sie die Region und enttäuschen die Hoffnungen und Erwartungen“, so Hofmann abschließend.