Landesregierung verweigert Verantwortung bei Schulsozialarbeit

Die Weiterstädter Landtagsabgeordnete Heike Hofmann hat die Resolution der hessischen Kreis- und Elternbeiräte sowie des Landeselternbeirats begrüßt. „Wir stimmen mit den Forderungen überein, dass die vorhandene Schulsozialarbeit auch bei Kommunen im Schutzschirm bestehen bleibt, das Land die Schulträger finanziell so ausstatten muss, dass eine gleichmäßige und gerechte Verteilung an allen Schulen möglich ist und jede Schule dauerhaft mit ausgebildeten Schulsozialarbeitern auszurüsten ist“, so die SPD-Politikerin.

Als „unausgegorene Effekthascherei“ bezeichnete Hofmann dagegen das angekündigte Konzept des Kultusministeriums zur unterrichtsbegleitenden sozialpädagogischen Förderung an Schulen in Hessen. „Dieser Schnellschuss wird weiter verhindern, dass zwischen Land und Sozial- und Jugendhilfeträgern eine Kooperationsstruktur für die Schulen entwickelt wird, die die Schulen und ihre Schülerinnen und Schülern nachhaltig unterstützt. Ungeklärt ist nach wie vor, wie die Schul- und Jugendhilfeträger bei der Umsetzung eingebunden werden sollen. Wieder einmal müssen die Schulen die Verantwortung dafür übernehmen, dass eine solche dringend notwendige Kooperation entsteht“, kritisierte die Abgeordnete.

„Schulsozialarbeit leistet einen wichtigen Beitrag, um junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung im schulischen Raum zu fördern. Deshalb werden wir in der neuen Legislaturperiode ab Januar 2014 hier entschieden gegensteuern und den ‚Lernort Schule‘ weiter ausbauen und stärken. Nach dem bisherigen Modell der abgewählten CDU-/FDP-Landesregierung sollte eine solche finanzielle Unterstützung von Seiten des Landes nicht erfolgen. Vielmehr sollten die Schulen aus den zusätzlichen Lehrerstellen, die über die Grundunterrichtsversorgung hinaus zugewiesen würden, Sozialpädagogen einstellen.
„So bliebe von der Ankündigung, Schulsozialarbeit zu unterstützen einmal mehr ein unausgegorenes Konzept ohne zusätzliche Finanzierung und ohne Kooperationsstrukturen vor Ort. Die zusätzlichen Lehrerstunden werden den Schulen wieder entzogen, um Aufgaben zu finanzieren, vor denen das Land zurückscheue. Dem werden wir nun begegnen und für eine ausreichende personelle und finanzielle Versorgung sorgen“, betonte die SPD-Politikerin abschließend.