Armut in unserer Gesellschaft

Unter dem Motto „Augen auf – wie kann Armut in unserer Gesellschaft bekämpft werden?“ hatte die SPD-Landtagsabgeordnete Heike Hofmann aus Weiterstadt mit dem Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt zu einer Diskussionsveranstaltung am 30.07.2012 nach Pfungstadt eingeladen.

„Armut ist in unserer Gesellschaft immer noch ein tabuisiertes Thema, obwohl in dem eigentlich reichen Land Deutschland 11,5 Millionen Menschen arm sind, darunter 2 Millionen Kinder“, so die SPD-Landtagsabgeordnete Heike Hofmann. „Armut wird hier ganz konkret auch bei uns sichtbar. Nun leben 29.000 Menschen mit Armutsrisiko im Landkreis Darmstadt-Dieburg“, erklärte der Vorsitzende des AWO-Kreisverbandes Darmstadt-Dieburg Günter Christ.

Da das Thema Armut oft nicht nur tabuisiert, sondern sogar verheimlicht werde, zeige sich Armut oft erst bei näherem Hinsehen. Nach einer internationalen Vergleichsstudie der UNICEF seien Indikatoren für Armut bei Kindern zum Beispiel das Fehlen einer warmen Mahlzeit am Tag, das Fehlen von frischem Obst und Gemüse, altersgerechter Bücher, Spielzeug oder ein ruhiger Platz für Hausaufgaben.

Bei der Diskussion wurde deutlich, dass alle Handlungsebenen wie Kommune, Landkreis, Land und Bund nur gemeinsam mit einem Maßnahmenbündel die Armut in unserer Gesellschaft wirksam bekämpfen könnten. So müssten etwa für Alleinerziehende, die besonders von Armut betroffen seien, mehr Betreuungsplätze zur Verfügung gestellt werden, damit diese einer Arbeit nachgehen könnten.

„Auch die Forderung nach einem Mindestlohn muss in unserem Land endlich in die Realität umgesetzt werden. Es kann nicht sein, dass Menschen in unserem Land sich und ihre Familien nicht von ihrer Arbeit ernähren können“, so Hofmann weiter. Es sei zudem ein Skandal, dass die Schere zwischen Arm und Reich in unserem Land immer weiter auseinander klaffe. So verfüge ein Zehntel der Bevölkerung über die Hälfte des Privatvermögens, während das unterste Zehntel nicht mehr als ein Zwanzigstel des Privatvermögens besitze. „Reiche Schulter müssen mehr tragen als schwache Schultern“, ergänzte Hennemann. Deshalb fordere die SPD auch weiterhin die Einführung der Vermögenssteuer und eine Anhebung des Spitzensteuersatzes.