Erzieherinnen und Erzieher gibt es nicht im Schnelldurchgang

Die Weiterstädter Landtagsabgeordnete Heike Hofmann hat davor gewarnt, bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels bei Erzieherinnen und Erziehern zu große Hoffnung in eine sogenannte Umschulung von Arbeitslosen zu setzen. "Erziehungsfachkräfte brauchen eine umfassende Ausbildung, die mindestens drei Jahre dauert, je nach schulischen Voraussetzungen. Wir freuen uns, dass die Agentur für Arbeit sich des Problems annehmen will und sind gespannt, welche konkreten Lösungsvorschläge es geben wird", ergänzte die SPD-Politikerin weiter. Allerdings müsse klar sein, dass es nicht um eine Schmalspurausbildung im Schnelldurchgang gehen könne. "Schließlich käme auch kein Mensch auf die Idee, sein Auto von jemand reparieren zu lassen, der einen Schnellkurs von sechs oder zwölf Monaten absolviert hat", betonte Hofmann.

Die Abgeordnete wies auch darauf hin, dass die Arbeitsagentur bisher eine Umschulung nur dann finanziere, wenn sie um ein Drittel kürzer sei, als die reguläre Ausbildung. "Das wird bei Erziehungsfachkräften schwierig. Die Ausbildung dauert drei Jahre, wenn die allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife vorliegt. In diesen drei Jahren ist ein praktisches Jahr enthalten. Von diesem Standard sollten wir nicht abweichen. Er dient den Kindern, er nutzt aber auch dem Fachpersonal, das ohne ausreichende Kenntnisse den Aufgaben nicht gerecht werden kann. Mit verkürzten Zeiten ist niemandem gedient", so Hofmann. Sie plädierte dafür, im Interesse der betroffenen Langzeitarbeitslosen, aber auch im Interesse der Kinder, die Bildungsstandards nicht zu senken.