Leiharbeit im Landesdienst nimmt zu

Die Landtagsabgeordnete Heike Hofmann hat die Landesregierung dazu aufgefordert, nicht immer stärker auf Leiharbeit im Landesdienst zu setzen. "Es darf nicht immer mehr Leiharbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer in der hessischen Verwaltung geben. Leiharbeit muss auf die wirklich notwendigen Ausnahmen beschränkt werden", kritisierte Hofmann die aktuelle Entwicklung.

Hofmann bezieht sich mit ihrer Kritik auf die Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage ihres Kollegen Wolfgang Decker betreffend Leiharbeit im Landesdienst (Drucksache 18/4495). "Wenn die Landesregierung hier mitteilt, dass der Einsatz von Leiharbeitern notwendig gewesen sei, weil es zu unvorhergesehenen Personalengpässen aufgrund von Urlaub und Krankheit gekommen sei, dann kann ich nur sagen, dass hier die Personalplanung versagt hat. Urlaub ist nie unvorhergesehen, auch Krankheitsausfälle werden in einer vernünftigen Personalbestandsplanung berücksichtigt", stellte die SPD-Politikerin fest.

"Die Mär, dass es günstiger sei, auf Leiharbeitskräfte zurückzugreifen, ist längst widerlegt. Sie verdienen weniger Geld, das ist richtig. Dadurch entgehen dem Staat aber Steuereinnahmen und der Sozialversicherung Beitragszahlungen. Darüber hinaus will der Verleiher etwas verdienen, das muss auch bezahlt werden. Und die Leiharbeitskräfte müssen erst eingearbeitet werden. Von daher ist es unverantwortlich und teurer, bei Urlaubs- und Krankheitsausfall auf Leiharbeit zurückzugreifen", betonte Hofmann.

Die Kleine Anfrage habe gezeigt, dass Leiharbeit im Landesdienst mittlerweile in alle Bereiche vorgedrungen sei. "Wir verzeichnen Leiharbeit bei Lehrkräften in der Schule, bei Unterstützungsleistungen für die Polizei, im IT-Bereich und im Immobilienmanagement, um nur einige Beispiele zu nennen. Meine Fraktion ist der Auffassung, dass dieser Tendenz ein Riegel vorgeschoben werden muss. Es kann Fälle geben, wo es nicht anders geht, aber Leiharbeit darf nicht zur Regel werden", unterstrich Hofmann abschließend.