Klarheit im Ziel, Pragmatismus im Vorgehen

Für ein Festhalten am Ziel eines bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterrichts hat sich der die Landtagsabgeordnete Heike Hofmann ausgesprochen. "Man darf an dem klaren Ziel eines verfassungskonformen bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterrichts keine Zweifel wecken. Man muss klare Signale an die islamischen Gemeinden und ihre Zusammenschlüsse senden", betonte die SPD-Politikerin. Dem habe der zuständige Minister Hahn, der verschiedentlich von einem "Islamkundeunterricht" als Alternative zum bekenntnisorientierten Religionsunterricht gesprochen hatte, entgegen gehandelt.
Hofmann plädierte dafür, die Gesprächspartner nicht unter Zeitdruck zu setzen und nach Lösungen für eine Übergangszeit zu suchen. Hessen sei das einzige Land, das den Weg einer direkten Anerkennung von Religionsgemeinschaften ohne irgendeine Erprobungsphase suche. Der SPD-Politiker verwies dabei auf das Beispiel NRW, wo pragmatische Lösungen gesucht worden seien. "In NRW ist jetzt eine Vereinbarung zwischen der Landesregierung und verschiedenen muslimischen Verbänden erzielt worden, deren Kern ein Beirats-Modell für die zu regelnden praktischen Fragen des Ansprechpartners, der Erteilung der Lehrbefugnisse und anderer Fragen ist."
Das geschehe aber als Übergangslösung mit ausdrücklicher Befristung, weil verfassungsrechtliche Bedenken gesehen worden seien. Ähnlich gehe man in Niedersachsen vor. Beides stehe im Einklang mit den Empfehlungen der Deutschen Islamkonferenz. Die Abgeordnete erneuerte die Forderung der SPD nach einem Ethik-Unterricht als reguläres Unterrichtsfach neben dem bekenntnisorientierten Religionsunterricht. "Das wäre ein dringend notwendiges und wünschenswertes Angebot für alle konfessionell nicht gebundenen Kinder und Eltern, denen derzeit keinerlei Alternative zur Verfügung steht", erklärte Hofmann abschließend.