Dritte Flucht innerhalb kurzer Zeit ruft Unverständnis hervor

Mit absolutem Unverständnis reagierte die rechtspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Heike Hofmann auf die dritte Entweichung innerhalb kürzester Zeit.

"Eine solche Häufung von Vorfällen dieser Art ist mehr als ungewöhnlich. Das Ministerium kann sich nicht mehr nur hinter möglichem individuellem Fehlverhalten der bei der Ausführung eingesetzten Bediensteten verstecken, sondern muss sich endlich intensiv mit der Frage beschäftigen, wie solche Vorkommnisse grundsätzlich besser verhindert werden können", sagte Hofmann.

Im aktuellen Fall war eine 35Jährige bei einem genehmigten Ausgang geflohen. Grund des Ausgangs war eine vom Jugendamt überwachte Besuchszusammenführung mit dem Sohn der Verurteilten. Der Sohn war mit dem Fahrrad aus dem Blickfeld der Beamten gefahren, die Mutter folgte ihm und flüchtete dabei. Weder die Verurteilte noch der Sohn konnten bisher aufgegriffen werden.

Bereits im letzten Monat war es zu zwei ähnlichen Vorfällen gekommen. In Darmstadt war es Anfang Januar einem über Atemnot klagenden Gefangenen gelungen, sich von Handfesseln, mit denen er an ein Bett gefesselt war, zu befreien und zu fliehen. Ende des Monats war außerdem ein auf Freigang befindlicher, verdeckt gefesselter Häftling bei einem überwachten Besuch bei seiner Mutter geflohen.