Rechtsruck der Union in Hessen

Das Bedauern von Ministerpräsident Bouffier für den angekündigten Rückzug der Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach aus dem CDU-Bundesvorstand sieht die Landtagsabgeordnete Heike Hofmann als Zeichen für einen Rechtsruck der hessischen Union unter ihrem neuen Vorsitzenden. "Bedauern statt Distanzierung von Frau Steinbachs Argumentation – die auf eine Mitschuld Polens am Zweiten Weltkrieg hinausläuft – Herr Bouffier sieht sich offenkundig als Speerspitze des rechten Flügels seiner Partei und will mit diesem Image stellvertretender Bundesvorsitzender werden", sagte die Abgeordnete.
"Der Rechtsruck in der hessischen CDU nimmt Gestalt an." Bouffier hatte in einem kürzlich veröffentlichten Focus-Interview ausdrücklich auf die "Verdienste" von Frau Steinbach hingewiesen und den Verzicht auf eine erneute Kandidatur bedauert. "Sie hat der europäischen Versöhnung und Verständigung immer wieder geschadet. Dass Herr Bouffier davon nicht redet, wirft ein schlechtes Licht auf seine eigene Haltung zu Europa. Zumindest hätte man vom hessischen Ministerpräsidenten erwarten können, dass er jeder Relativierung der deutschen Kriegsschuld klar und entschieden widerspricht – aber zur Sache hat er leider nichts gesagt", so Hofmann abschließend.