Massive Kritik von Staatsrechtlern

Nach der massiven Kritik von 35 führenden Juristen an dem Versuch von Ministerpräsident Koch, eine weitere Amtszeit des ihm nicht genehmen ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender zu verhindern, hat die Landtagsabgeordnete und rechtspolitische Sprecherin ihrer Fraktion, Heike Hofmann, ein ?klares Wort von Koch? gefordert. ?Immer wenn es peinlich wird, geht Herr Koch auf Tauchstation ? wie zuletzt bei der Kulturpreisdebatte hält er sich auch jetzt mit Erklärungen zurück und erhöht damit den Schaden?, kritisierte Hofmann weiter.
?Der von den 35 angesehenen Juristen erhobene Vorwurf, es handele sich um den ?offenkundigen Versuch, einen unabhängigen Journalisten zu verdrängen und den Einfluss der Parteipolitik zu stärken?, wiegt schwer. Herr Koch muss jetzt durch Worte und Taten deutlich machen, dass er den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht als parteipolitische Beute behandelt. Das heißt: Finger weg von Nikolaus Brender?, betonte die SPD-Politikerin.
Die Art und Weise, wie sich Roland Koch als oberster Personalchef des ZDF aufspiele, brüskiere den Intendanten. Seine in der Vergangenheit vorgebrachten mehr oder weniger unverhohlenen Drohungen gegen führenden ZDF-Journalisten, die sich mit ihrem Chefredakteur solidarisiert hatten, zeigten, dass Koch sich offensichtlich italienische Verhältnisse wünsche, in dem die Politik das Sagen habe.