Heike Hofmann begrüßt Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“

"Gewalt kommt nicht in die Tüte" hieß es kürzlich auf rund 700.000 Brötchentüten in Hessen. Die Weiterstädter Landtagsabgeordnete Heike Hofmann begrüßte die Aktion zum Thema "Häusliche Gewalt", die aus Anlass des Internationalen Tags "Nein zu Gewalt an Frauen" von der Landesarbeitsgemeinschaft der Hessischen Frauenbüros mit der Hessischen Bäcker-Innung durchgeführt wurde.

Hofmann lobte ausdrücklich die Bereitschaft der Bäckereibetriebe, ein heißes "Eisen" anzufassen, das in der Öffentlichkeit immer noch mit Angst, Tabus und Vorurteilen belastet sei. "Viele Betroffene schweigen, weil sie sich schämen oder nicht wissen, wo sie Unterstützung erfahren können."

Die Brötchentüten, die mit Telefonnummern von Beratungsstellen bedruckt in viele Haushalte gelangen, trügen erheblich dazu bei, die Beratungsangebote in der Nähe noch bekannter zu machen. Das gelte insbesondere auch für Nachbarschaft und Freundeskreise potentieller Opfer, die mit dieser Aktion zum Hinschauen und Helfen aufgefordert werden. "Ein wichtiges Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen", erklärte die SPD-Politikerin, "aber es geht auch darum, dass Menschen auf das Thema aufmerksam werden, die sonst wenig damit zu tun haben."

Der Aufdruck auf der Brötchentüte sei eine geniale Idee, mit der mehr erreicht werden könne, als mit dem erhobenen Zeigefinger. Jährlich fliehen ca. 40.000 Frauen in Deutschland vor ihren gewalttätigen Männern ins Frauenhaus. 75 Prozent der Vergewaltigungen würden von Tätern aus dem sozialen Umfeld begangen. Doch nur 10 bis 30 Prozent würden bei der Polizei angezeigt.

"Häusliche Gewalt ist keine Privatsache und eine Straftat, die wie jede andere verfolgt werden muss. Das gelingt nur, wenn die Betroffenen – und ihr Umfeld – ihr Schweigen beenden und die Öffentlichkeit hier mitzieht", so Hofmann abschließend.